Der Anfang
Schon bald nach der Gründung der ersten Feuerwehrvereine entstand der Wunsch, sich in einem Verbande zusammenzuschließen, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen. Zu diesem Zweck lud die Feuerwehr Bludenz alle Vorarlberger Feuerwehrvereine zu einem Feuerwehrfest am 7. September 1873 in die Alpenstadt. Bei dieser Festversammlung stellte Josef Kaufmann, Hauptmann der Feuerwehr Bludenz, den Antrag zum Zwecke gegenseitiger Unterstützung, gemeinsamen Beratungen und zum Erfahrungsaustausch in Vorarlberg einen Gauverband zu gründen, welcher mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Bereits am 5. Oktober 1873 trafen sich die Delegierten der Wehren Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems, und Schruns um geeignete Statuten zu erarbeiten, welche am 13. Mai 1875 von der k. k. Statthalterei Innsbruck genehmigt wurden. Daraufhin traten am 11. Juli 1875 die Delegierten dieser Wehren zur 1. Abgeordneten-Versammlung des „Vorarlberger Feuerwehrgauverbandes“ zusammen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Dr. Johann Georg Waibel von Dornbirn, gewählt und beschlossen, am 5. September 1875 in Dornbirn den ersten Gautag abzuhalten, welcher gleichzeitig als Gründungsfest des Verbandes anzusehen sei.


Neuorganisation und neuer Name
Der Initiative des Gauverbandes war es zu danken, dass bald in vielen Gemeinden des Landes Feuerwehrvereine gegründet wurden.

Durch den zahlreichen Beitritt der Feuerwehren zum Verband musste aber bald die Verbandsführung neu organisiert werden. Insbesondere waren die gemeinsamen Übungen bei den Gautagen mit so vielen Feuerwehren nicht mehr durchführbar. Auch die Verwaltung und Erledigung der Verbandsgeschäfte in der bisherigen Art und Weise, dass ein Vorort als oberste Repräsentanz jeweils für zwei bzw. drei Jahre zuständig war, hatte sich nicht bewährt, zumal die erforderlichen Voraussetzungen hiefür nicht in jeder Feuerwehr vorhanden waren.

Diese Missstände veranlassten Viktor Bickel, Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Bludenz, neue Satzungen zur Umgestaltung der Verbandsführung zu entwerfen, welche von der k. k. Statthalterei Innsbruck am 4. März 1892 die Zustimmung fanden. Mit Viktor Bickel begann ein neuer Zeitabschnitt im Vorarlberger Feuerwehr-Gauverband, welcher über dreißig Jahre durch seine Persönlichkeit geprägt wurde.

Während des ersten Weltkrieges kam die Arbeit des Verbandes ins Stocken. Er erhielt weder für die Verwaltungs- noch für die Unterstützungskasse finanzielle Hilfen seitens des Landes. In Anbetracht der schweren Zeit wurden in den Jahren 1915 bis 1919 keine Feuerwehrtage und auch keine Abgeordnetenversammlungen abgehalten.

Da sich die freiwilligen Feuerwehren im und nach dem 1. Weltkrieg immer mehr mit dem Rettungsdienst beschäftigten und über Ersuchen des Landeshilfsvereines vom Roten Kreuz in der Feuerwehr auch eigene Rettungsabteilungen bildeten, erfolgte in der Abgeordnetenversammlung am 13. Februar 1921 die Umbenennung des bisherigen Gauverbandes in „Vorarlberger Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen“. Die Rettungsabteilungen waren den freiwilligen Feuerwehren vollständig eingegliedert und bildeten einen festen Bestandteil derselben. Sie unterlagen den Anordnungen des Feuerwehrkommandanten und waren verpflichtet, an allen Feuerwehrübungen, Kreisübungen und an den Verbandstagen teilzunehmen.

Mit der 68. ordentlichen Abgeordnetenversammlung fand am 11. April 1937 die letzte Versammlung des Vorarlberger Landesverbandes für Feuerwehr- und Rettungswesen statt. 192 Delegierte von 82 Vereinen und 13 Rettungsabteilungen waren vertreten.


Anschluss an das Deutsche Reich
Am 13. März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. In der Folge enthob die Landeshauptmannschaft mit Erlass den Verbandsobmann seiner Funktion und löste den bisherigen Verbandsausschuss auf. Zur Führung wurde ein kommissarischer Leiter (Landesfeuerwehrführer), bestellt, welcher die Geschäfte bis zum Inkrafttreten des Gesetzes über das Feuerlöschwesen im Lande Österreich am 24. September 1939 provisorisch zu übernehmen hatte. Ihm zur Seite standen anstelle des Verbandsausschusses nunmehr sechs Feuerwehrbeiräte.

Vorarlberg wurde in den Reichsgau Tirol-Vorarlberg einverleibt, bildete jedoch bis auf weiteres einen eigenen Verwaltungsbezirk und eine Selbstverwaltungskörperschaft, die vom Reichsstatthalter in Tirol geleitet wurde.

Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 (RGBl. I, Nr. 199, Seite 1662) wurden die von den Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände aufgelöst: „An die Stelle der Vereine tritt eine nach Löscheinheiten gegliederte Hilfspolizeitruppe, deren Organisation der Reichsminister des Innern bestimmt“. Dieser regelte das gesamte Feuerlöschwesen durch die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften im Einvernehmen mit den zuständigen obersten Reichsbehörden.

Mit der dritten Durchführungsverordnung vom 24. Oktober 1939 zum Gesetz über das Feuerlöschwesen wurde auch der Feuerwehrbeirat aufgelöst und an dessen Stelle ein Bezirksführer und drei Kreisführer bestellt.

Nach Auflösung der Landeshauptmannschaft Vorarlberg gingen die Dienstgeschäfte auf die Behörde des Reichsstatthalters von Tirol und Vorarlberg (als Höhere Verwaltungsbehörde) über und der bisherige Bezirksfeuerwehrführer für Vorarlberg wurde mit 31. März 1940 abberufen. Die „Verbandsgeschäfte“ wurden noch bis zum 30. Juni 1940 im bisherigen Umfang in Vorarlberg weitergeführt.

Vom 1. April 1940 bis 4. Mai 1945 übernahm Oberabteilungsführer Dipl. Ing. Viktor Freiherr von Graff aus Innsbruck die Führung der Vorarlberger Feuerwehren mit der offiziellen Bezeichnung „Bezirksführer der Freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Reichsstatthalters in Tirol und Vorarlberg“.


Neuanfang
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden von der Provisorischen Staatsregierung über die Wiederherstellung des Rechtslebens in Österreich die Rechtsvorschriften des Deutschen Reiches auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens aufgehoben. Die Feuerschutzpolizei wurde als staatliche Einrichtung aufgelöst. Ihre Aufgaben übernahmen nach den Bestimmungen der einschlägigen Gesetze wieder die Gemeinden.

Am 30. Oktober 1945 kam es zu einer Besprechung zwischen Landeshauptmann Ulrich Ilg und Vertretern der Vorarlberger Feuerwehren betreffend Wiederaufbau des Feuerwehrwesens im Lande.

Am 09. April 1949 trat die neue Feuerpolizeiordnung für Vorarlberg in Kraft, welche abgesehen von einigen wenigen Novellierungen noch heute ihre Gültigkeit hat.

Der „Landesfeuerwehrverband Vorarlberg“ ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes mit Rechtspersönlichkeit. Ihm gehören alle im Land Vorarlberg aufgestellten Orts- und Betriebsfeuerwehren, alle im Land tätigen Feuerversicherungsunternehmungen und alle Ehrenmitglieder des Verbandes an. Die Organe des Landesfeuerwehrverbandes sind der Verbandsvorsitzende (LFI), die Verbandsleitung und der Verbandstag. Er hat die Aufgabe, die feuerpolizeilichen Interessen des Landes wahrzunehmen und zu fördern, insbesondere die Beratung und Unterstützung der Behörden, die fachliche Schulung und Vertretung der Feuerwehrmänner, die Ehrung ihrer besonderen Verdienste und ihre Unterstützung, wenn sie in Erfüllung ihrer Pflicht zu Schaden kommen. Die Tätigkeit des Landesverbandes unterliegt hinsichtlich ihrer Gesetz- und Satzungsmäßigkeit der Aufsicht der Landesregierung.

 

Vorarlberger Feuerwehrgauverband und Vorarlberger Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen:

thumb 01 Waibel Georg Johann Georg Waibel, Dornbirn,
Vorsitzender der 1. Abgeordneten-/Gründungsversammlung am 11.7.1875
thumb 02 Bickel Viktor Viktor Bickel, Bludenz,
Obmann vom 20.12.1891 bis 8.9.1921
  thumb 03 Sontag Gebhard Gebhard Sontag sen., Bregenz,
Obmann vom 8.9.1921 bis 3.6.1928
  thumb 04 Josef Peter Josef Peter, Hohenems,
Obmann vom 3.6.1928 bis 20.3.1932

  thumb 05 Leonhard Burtscher Leonhard Burtscher, Bludenz,
Obmann vom 20.3.1932 bis 26.4.1938


Feuerschutzpolizei:
  thumb 06 gebhard sonntag junion Gebhard Sontag jun., Bregenz,
kommissarischer Verbandsobmann vom 26.4.1938 bis 23.9.1939

  thumb 07 Alfred Blun Alfred Blum, Dornbirn,
kommissarischer Bezirksfeuerwehrführer vom 24.9.1939 bis 31.3.1940

  thumb 08 Viktor Freiherr
Ing. Viktor Freiherr von Graff, Innsbruck, Bezirksführer der Freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Reichsstatthalters in Tirol und Vorarlberg vom 1.4.1940 bis 4.5.1945


Landesfeuerwehrverband Vorarlberg:

  thumb 09 Mittempergher Josef Josef Mittempergher, Feldkirch,
Landesfeuerwehrinspektor von 1945 bis 1966

  thumb 10 Wiederin Erwin Erwin Wiederin, Frastanz,
Landesfeuerwehrinspektor von Oktober 1966 bis 30.11.1991

  thumb 11 Gorbach Willi Willi Gorbach, Hard,
Landesfeuerwehrinspektor vom 1.12.1991 bis 17.3.1994

  thumb 12 Welte Ulli Ulrich Welte, Bregenz,
Landesfeuerwehrinspektor vom 1.6.1994 bis 30.9.2006

  thumb 13 Hubert Vetter Hubert Vetter, Lustenau,
Landesfeuerwehrinspektor seit 1.10.2006